Das Zelt ist aufgebaut und eigentlich will man nur noch sein kühles Bier entspannt genießen. Kaum hat man sich dann ruhig hingelegt und die Flasche geöffnet hat der Frieden auch schon ein Ende - denn da naht schon der Störenfried. Leise surrend kribblig auf den Beinen niederlassend stechen schon bald hunderte von Mücken den armen Camper, der doch nur ein wenig entspannen will. Nach kurzer Zeit hinterlassen die kleinen Angreifer lästige rot anschwillende Stichwunden, die ganz fürchterlich jucken - und der Feierabend ist geliefert. Von dem panischen Herumschlagen mit der Hand zeigen sich die kleinen Biester ziemlich unbeeindruckt. Wer hier in der Luft unterwegs ist und wehrlose Menschen ihres Blutes beraubt sind übrigens nur Weibchen. Diese brauchen Nährstoffe für ihren Nachwuchs und stechen den Menschen eigentlich nur bei akutem Nahrungsmangel.
Seit Menschengedenken suchen daher schlaue Leute auf der ganzen Welt nach Mitteln und Wege, dem kaum sichtbaren Feind aus der Luft Kontra zu bieten. Das Aufstellen von nach Zitronen duftenden Windlichtern zeigt sich da wenigstens einbildungsweise erfolgreich, aber nicht gerade überzeugend. Auch diverse Sprays, deren Hersteller versprechen die Mücken eindrucksvoll zu verjagen, zeigen sich nicht so erfolgreich, wie man sich das gerne wünscht und schädigt vor allem wohl mehr die Gesundheit des Menschen als es die Stiche tun würden.
Mensch sieht - er ist dem Feind hilflos ausgeliefert. Forscher haben dies nun zum Anlass genommen die Natur in dieser Richtung weiter zu erforschen. In Tests, in denen Menschen ihren unbedeckten Arm eine Stunde in einen Raum voller Mücken halten mussten wurden die Anzahl der Mückenstiche gezählt. Hierbei fiel auf, dass einige Testpersonen vor Mückenstichen weitgehend verschont blieben. Der Verdacht lag also nahe, dass es sich hierbei um einen körperspezifischen Duft handelt, der je nach Mensch in unterschiedlich starken Konzentrationen abgegeben wird und Mücken demzufolge nicht immer besonders anziehend empfinden.
In einem nächsten Schritt wurden daraufhin alle Menschen, die von den Mücken verabscheut wurden in Ganzkörperanzüge aus Plastik gesteckt, in denen Sie ein paar Stunden schwitzen durften. Der Schweiß wurde aufgefangen und daraufhin untersucht und der bei den Testpersonen gleichermaßen aufgetretene Stoff extrahiert. Das Ergebnis auf dieses extrahierte Mittel war erstaunlich. Die Testpersonen, die von den Mücken bevorzugt gestochen wurden rieben sich nun mit dem aus dem Schweiß gewonnenen Mittel ein.
Nun bildet sich um den Menschen eine Duftwolke die Mücken auf erste aufs Distanz hält. In einem Umkreis von etwa 3 Metern wagt sich keine Mücke mehr in das Gebiet. Je mehr der Duft verfliegt, so näher kommen die Mücken. Nach etwa zwei bis drei Stunden wagen sie dann doch eine Landung auf dem begehrten Blutspender, doch sie stechen nicht zu. Ihr Stechrüssel windet und krümmt sich, als ekeln sich die Mücken schrecklich vor dem Geruch. Erst wenn nur noch wenig Geruch übrig ist, schlagen die Mücken wieder zu.
Für Menschen ist der Geruch nicht weiter störend auffällig. Laut der Forschungsgruppe ist der Duft nur leicht fruchtig wahrnehmbar. Was genau dieser Stoff ist, der die Mücken auf Distanz hält wird vorerst noch nicht bekannt gegeben. Womöglich ist aber schon bald die Zeit der Chemikalien abgelaufen und wir können ihn endlich auch im Laden kaufen - den Duft den Mücken hassen.